Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
154
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hat mir hier wahrlich manche Stunde verschönert. Wennich jeden Abend lese, sitzt das nette Tierchen auf meinerSchulter und fängt immer an zu bellen, wenn ich aneine schöne Stelle des Buches komme. Amichen hatmehr Verstand und Gefühl als alle deutschen Philo-sophen und Poeten.

Uber Deinen Brief vom 31. Dezember habe ichmich recht gefreut. Uber Deine literarische Not habe ichherzlich gelacht. Schreibe mir oft. Daß ich an einTrauerspiel arbeite, wie man Dir berichtet, hat nichtganz seine Richtigkeit.

Ich habe nämlich noch keine Zeile davon geschrieben,und das Stück existiert bis jetzt bloß in meinem Kopfe,wo noch manche andere Stücke und noch viele guteBücher bereit liegen. Aber jetzt bin ich zu krank, umetwas zu schreiben, und meine wenigen gesunden Stun-den sind meinen Studien gewidmet. Es ist jetzt über-haupt noch immer die Zeit der Saat bei mir, ich hoffeaber auf eine gute Ernte. Ich suche die verschieden-artigsten Kenntnisse in mir aufzunehmen und werde michin Folge desto vielseitiger und ausgebildeter als Schrift-steller zeigen. Der Poet ist bloß ein kleiner Teil vonmir, ich glaube, Du kennst mich hinlänglich, um dieseszu begreifen. Deinen Rat, recht viele in meinem Trauer-spiel sterben zu lassen, habe ich mir gemerkt. Ach Gott!ich wollte, ich könnte alle meine Feinde darin sterbenlassen.

Moritz grüße mir recht viele tausendmal. Wieder-hole ihm die Versicherung meiner Freundschaft. Wermein kleines Lottchen liebt, den liebe ich auch. Außer-dem bin ich ja auch ein großer Verehrer von Archenholz.

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