Wir befinden uns alle sehr wohl. Mutter und Vaterbefinden sich wohl. Gustav befand sich wohl, nur zuwohl. Märchen ist fleißig, großer Pedant. Aber istdoch ordentlich, und man braucht wegen seiner nichtszu fürchten. —
Wir haben eine neue Köchin, welche sehr frech.Behalte Dein Mädchen, rate ich Dir. — Mein Kopfbessert sich täglich. Wie kannst Du glauben, daß ichnicht darauf bedacht sei, den bekannten juristischen Planauszuführen? Ich liebe Dich unaussprechlich undschmachte danach Dich mal wiederzusehen, gibt es dochniemand auf der Welt, in dessen Gesellschaft es mirwohler zumute wäre, als in der meiner Schwester. Wirverstehen uns so gut, wir allein sind vernünftig, und dieganze Welt ist verrückt. Schreibe mir viel, was es dortneues gibt. Schone Deine Gesundheit, das viele Herum-wirtschaften ist Dir nicht gesund. Sei nachgiebig gegenDeinen Mann, er ist wahrhaftig ein seelenguter Mensch.Wir beide unterscheiden uns darin, daß bei ihm in seinemKopf die Schrauben zu fest geschraubt sind und daß siebei mir zu lose geschraubt sind. Soeben erhalte ichdie Adresse der Bücher, Jan geht sie holen. Es ist hiersehr langweilig, doch bin ich vergnügt. —
Lebe wohl und behalte mich lieb.
4ö. An Friedrich Wilhelm Gubitz.
Lüneburg, den 21. Oktober 1823.
Lieber Professor!
Aus diesem Briefe ersehen Sie, daß ich noch unterden Lebenden bin; daß Sie noch leben, weiß ich, das
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