Ich hatte ihm bei meiner ersten Anwesenheit in Hamburgmeine ehrliche Meinung darüber mitgeteilt, aber in höchstgemilderten Ausdrücken. Bei meiner zweiten Anwesen-heit in Hamburg beschuldigte er mich (und, auf Ehre,mit Unrecht), daß ich mich bei Salomen Heine überKley und Bernays anders geäußert, als bei ihm. Dieshatte zur Folge, daß ich, als ich ihn bei meinem Oheimtraf, meine Äußerungen so grell als möglich wieder-holte. Ich hatte noch einmal ihn zu besuchen, um einpaar Louisdor, die er noch für mich hatte, in Empfangzu nehmen; später sah ich ihn zufällig an der Börsen-halle, und seit der Zeit haben ihn meine Augen nichtwieder gesehen. — Diese Geschichte hat für mich manchesUnangenehme zur Folge gehabt, das ich Dir mal münd-lich mitteilen werde; ich werde auf vielfache Weise ge-reizt und gekränkt, und bin ziemlich erbittert jetzt aufjene fade Gesellen, die ihren reichlichen Lebensunter-halt von einer Sache ziehen, für die ich die größtenOpfer gebracht und lebenslang geistig bluten muß.Mich, mich muß man erbittern! Just zu einer Zeit,wo ich mich ruhig hingestellt habe, die Wogen des Juden-hasses gegen mich anbranden zu lassen. Wahrlich, essind nicht die Kleys und Auerbachs, die man haßt imlieben Deutschland. Von allen Seiten empfinde ich dieWirkungen dieses Hasses, der doch kaum emporgekeimtist. Freunde, mit denen ich den größten Teil meinesLebens verbracht, wenden sich von mir. Bewundererwerden Verächter; die ich am meisten liebe, hassen micham meisten, alle suchen zu schaden. Du fragst in DeinenBriefen so oft, ob Rousseau geschrieben; ich finde dieseFrage sehr überflüssig. Ganz andere Freunde haben
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