Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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Sie mal, daß ich im idealen Leben, nämlich da, wo esauf die Ideen ankömmt, nicht minder scharf und richtigsehe. Sie haben mir zur guten Stunde, durch Ihre Ein-sicht viel genützt, und ich bin Ihnen sehr dankbar. Neben-bei statte ich auch meinen Dank ab, für die guten Suppen,die ich bei Ihnen gegessen, für so manches schöne GlasWein, das ich bei Ihnen getrunken, und für so vieleFreundlichkeiten, die Sie mir freundlich erwiesen.

Halten Sie mich in gutem Andenken! Alle Freundeherzlich zu grüßen. Lebt wohl und behaltet lieb

Euren getreuen

H. Heine.

44. An Moses Moser.

Lüneburg, den 27. September 182S.

Ich bin jetzt wieder in Lüneburg, in der Residenzder Langeweile. Mit meiner Gesundheit sieht es eigenaus; gestärkte Nerven, aber anhaltender Kopfschmerz.Dieser bringt mich noch immer zur Verzweiflung, daich jetzt wieder an meiner Juristerei arbeite. Ich habeDir so viel zu schreiben, daß ich wahrlich nicht weiß,womit ich anfangen soll. Wenn ich nicht von DeinerFreundschaft überzeugt wäre, hätte ich Dir früher ge-schrieben; unser Freund Cohen wird nämlich nicht er-mangelt haben, Dir recht viel Schönes und Gutes vonmir mitzuteilen, um Deine Freundschaft für mich zu be-festigen. Glaube nicht, daß ich mit Bitterkeit gegenCohen erfüllt sei, wie sehr er es auch gegen mich seinmag. Du wirst gewiß gelacht haben, als Du hörtest,daß ich mich mit ihm wegen des Tempels überworfen.

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