kennen gelernt haben und hoffentlich in der Folge nochmehr kennen lernen. Doch müssen Sie nicht vergessen,daß Giftpflanzen meistens dort wachsen, wo ein üppigerBoden die freudigste und kräftigste Vegetation hervor-bringt, und daß dürre Heiden, die von solchen Gift- ipflanzen verschont sind — auch nur dürre Heiden sind.Wäre ich Dr. Gans, so würde ich hier einerseits die bra- 'Manischen oder afrikanischen Wälder und anderseits !die Lüneburger Heide zitieren.
Nun kömmt der eigentliche Ansang meines Briefes!Ich hätte Ihnen, lieber Lehmann, schon früher ge-schrieben, wenn mich nicht mein Unmut und mein Un-wohlsein davon abgehalten hätten. Ich bin wahrlichnoch immer sehr krank und folglich verdrießlich, undfolglich schreibe ich keine Zeile. Nur vor kleinen Liederndann und wann kann ich mich nicht hüten. Dagegensammelt sich in meinem Kopfe viel poetischer Stoff. DieTraumbilder stehen vor mir und verlangen dieihnen gebührenden Verse. Eine ganze, neue fünfaktigcund gewiß in jeder Hinsicht originale Tragödie stehtdämmernd, doch mit ihren Hauptumrissen, vor mir.Eine Menge rein wissenschaftlicher Aufsätze wollen ge-schrieben sein, und — ich kann nichts tun.
Ich lese jetzt die Alten, meistens die Römer, unddas Allerneuesie — den „Hamburger Korrespondenten".In acht oder zehn Tagen reise ich nach Hamburg, undwenn ich zurückkomme, denke ich Ihnen viel Erfreulicheszu schreiben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß ich auf einigeZeit nach Berlin zurückkomme.
Schreiben Sie mir bald, lieber Lehmann, wie esmit Ihnen, mit Ihrer Muse und mit unseren Freunden
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