mit ihren unzähligen Mannigfaltigkeiten zum Thema hatIch habe dies kürzlich gegen Herrn von Varnhagcn ge-äußert. Sie haben das mit Shakespeare gemein, daßSie die ganze Welt in sich aufgenommen, und wennIhre Poesien einen Fehler haben, so besteht er darin,daß Sie Ihren großen Reichtum nicht zu konzentrierenwissen; Shakespeare versteht das besser, und deshalb ister Shakespeare; auch Sie werden diese Kunst des Kvn-zentrierens immer mehr und mehr erlernen, und jedeIhrer Tragödien wird besser als die vorhergegangenesein. In dieser Hinsicht behagt mir auch der „Pet-rarcha" besser, als der „Edwin", obschon dieser reicherist. (Hier liegen die Gründe, weshalb Sie so fruchtbarsind, warum Sie oft bei der Masse des Angeschautennicht wissen, wohin damit, und zu zusammengedrängtenReflexionen Ihre Zuflucht nehmen müssen, wo Shake-speare Gestalten angewendet hätte; hier liegen dieGründe, warum die Winkelpoetcn und PfennigskritikerSie oft für einen Nachahmer Shakespeares ausgebenmöchten, andere für einen Nachahmer Goethes, mitwelchem letzteren Sie wirklich mehr Ähnlichkeit zeigen,als mit Shakespeare, weil dieser nur in einer Form,in der dramatischen, jener in allen möglichen Formen,im Drama, im Roman, im Lied, im Epos, ja sogar imnackten Begriffe, seine große Weltanschauung künstlerischdarstellen konnte.)
Es ist wahr, nur weil Sie Ihren unermeßlichenReichtum nicht streng zu konzentrieren wußten, kannnicht jeder denselben überschauen, und Ihre Tragödienwirken nicht phalanrartig, wie die mancher unserer heu-tigen Tragiker, die alle ihre vorrätige Runkelrübenpocsie
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