in fünf Akten mühsam zusammenquetschcn. Bei mirwar die Kunst des Konzentrierens leichter auszuüben,eben weil ich nur ein Stückchen Welt, nur ein einzigesThema, darzustellen hatte. Ich habe seitdem, besondersdiesen Winter, im Zustand der Krankheit, mehr in michaufgenommen, und in der Tragödie, die ich vielleicht ineinigen Jahren liefere, mag es sich zeigen, ob ich, der ichbisher nur die Historie von Amor und Psyche in allerleiGruppierungen gemalt habe, ebenso gut den trojanischenKrieg malen kann. — Das ist das traurige Geheimnismeiner poetischen Kraft; mein Unwohlsein mag meinenletzten Dichtungen auch etwas Krankhaftes mitgeteilthaben — ach Gott! es gibt so vieles in meinem neuenBuche, das vor der echten Kritik nicht Stich hält, undes würde mich gewiß nicht schmerzen, wenn man auchdas aufdeckt, was ich selbst noch nicht erkenne. Nuretwas kann mich aufs schmerzlichste verletzen: wenn manden Geist meiner Dichtungen aus der Geschichte (Siewissen, was dieses Wort bedeutet), aus der Geschichtedes Verfassers erklären will. Es kränkte mich tief undbitter, als ich gestern im Briefe eines Bekannten ersah,wie er sich mein ganzes poetisches Wesen aus zusammen-gerafften Histörchen konstruieren wollte und unerquick-liche Äußerungen fallen ließ über Lebensein-drücke, politische Stellung, Religionusw. Ahnliches, öffentlich ausgesprochen, würde michganz empört haben, und ich bin herzlich froh, daß niedergleichen geschehen. Wie leicht auch die Geschichteeines Dichters Aufschluß geben könnte über sein Gedicht,wie leicht sich wirklich nachweisen ließe, daß oft politischeStellung, Religion, Privathaß, Vorurteil und Rück-7' gg
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