Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
95
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liche Neigung, wenn auch fremdes Dazwischengeredeoder gar mein eigenes Irren diese zerstören wollte, undsein Sie versichert, daß nichts, weder Meinung nochStellung, mich je abhalten wird, Sie unaussprechlich zulieben.

33. An Karl Jmmermann.

Lüneburg, den 10. Juni 1823.

Ihr Brief vom 13. Mai, lieber Jmmermann, hatmich mit Vergnügen erfüllt; ich habe darin die Sprachedes herzlichsten Wohlwollens erkannt und Gemüts-stärkung gefunden. Erschrecken Sie nicht, daß ich Ihnenso schnell wieder mit einem Briefe über den Hals komme,Sie brauchen so bald keine Antwort zu schreiben und essoll deshalb auch nicht viel Fragliches hineinkommen; ich benutze bloß eine Schreibegclegenheit, indem ichSie bitte, beikommenden Brief an seine Adresse zu be-fördern. Können Sie mir nächstens einmal bei Gelegen-heit mitteilen, ob Sethe sich wohlbefindet und ihm nichtsSchlimmes begegnet, so würden Sie mir dadurch einenGefallen erzeigen. Der Umstand, daß Sie jenen Namennie erwähnen, erzeugt in mir die Vermutung, daß Siein keinem sonderlich nahen Verhältnisse mit Sethe stehenmögen, vielleicht etwa wegen Verschiedenheit der An-sichten über das Universitätsleben, ein ErzsteckenpferdSethes. Glauben Sie mir nicht, daß dieses bei mir etwasmehr als eine müßige Vermutung sei; ich habe bis aufdiese Stunde keinen Brief von Sethe aus Münster er-

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