Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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üblen Eindruck verwischen. Was die Aufnahme der-selben bei meiner Familie betrifft, so hat meine Mutterdie Tragödien und Lieder zwar gelesen, aber nichtsonderlich goutiert, meine Schwester toleriert sie bloß,meine Brüder verstehen sie nicht, und mein Vater hat siegar nicht gelesen. Zeitschriften bekomme ich gar nichtzu lesen, und vom anderweitigen Schicksale meinesBuches erfahre ich also gar nichts. Ich muß also allesvon Dir erfahren; auch Lehmann habe ich ersucht, miralles zu schreiben, was öffentlich über mich ausge-sprochen wird. Ich bitte Dich, lieber Moser, ganz be-sonders, es mir gleich zu schreiben, wenn Du etwas lesensolltest, was meine Persönlichkeit berührt. Du wirstwohl nicht vergessen haben, den Briefträgern anzuzeigen,daß sie alle Briefe, die an mich adressiert sind, bei Dirabgeben. Meine Adresse ist: An Harry Heine, Cand. jur.,bei S. Heine in Lüneburg. Mache Deine Briefe nurimmer fest zu. Ich hoffe, daß ich den Koffer bald er-halten werde. Wenn Du mir die Bücher schickst, so . . .

Während ich dieses schreibe, erhalte ich den kleinenKoffer nebst Deinem lieben Billett vom 20. Mai! Wahr-haftig, Du bist der Mann in Israel, der am schönstenfühlt! Ich kann nur das Schöngefühlte anderer Men-schen leidlich ausdrücken. Deine Gefühle sind schwereGoldbarren, die meinigcn sind leichtes Papiergeld. Letz-teres empfängt bloß seinen Wert vom Zutrauen derMenschen; doch Papier bleibt Papier, wenn auch derBankier Agio dafür gibt, und Gold bleibt Gold, wennes auch als scheinloscr Klumpen in der Ecke liegt.

Hast Du an obigen Bilde nicht gemerkt, daß ichein jüdischer Dichter bin? Doch wozu soll ich mich ge-

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