Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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sei ein gebildeter Mann; ich übergehe diesen abgeschmack-ten Gegenstand und melde Dir bloß, daß ich meine Elternin vollem Wohlsein antraf.

Den 22. Juni heiratet meine Schwester, die Hoch-zeit ist wahrscheinlich in der Nähe von Hamburg. Ichwerde wohl mehrere Monate hier bleiben und mich lang-weilen. Bei meinem Eintritt in Lüneburg merkte ich,daß hier großes Rischeß herrscht, und ich nahm mir vor,ganz isoliert zu leben. Leider bin ich ohne Bücher. DieBibliothek meines Bruders besteht nur aus lateinischenund griechischen Klassikern, und diese sind es, die ich ausLangeweile lesen werde. Ich wünschte sehr, daß Dumir einige Teile des Gibbon, die zwei Bände des Bas-uage, worin bloß Geschichte ist, und eine kurzgefaßteitalienische Grammatik nebst einem italienischen Lesc-buche überschicktest. Wird es viel kosten, wenn Dudas alles mit der Post schickst? Ich bin in solcher Dücher-verlegenheit, daß ich Dich während meines hiesigen Auf-enthaltes viel belästigen werde. Du mußt auch Geldfür mich auslegen, indem Du nämlich für mich ein kleinesitalienisches Handwörterbuch und die wohlfeile Stereo-typausgabe des Esprit ckes lois Montesquieus kaufenund herschicken mußt. Ich kann nämlich hier nichtshaben, wie ich es will, und nach Hamburg kann ich michdeshalb nicht wenden. Kannst Du mir etwas leichteitalienische Prosa schicken, so wär es mir sehr lieb.Wenn mich meine Kopfschmerzen etwas verlassen werden,so will ich hier viel schreiben. Freilich wär es mir wohl-tätiger, wenn ich zu Fuß heruureiste. In Hinsichtder Aufnahme meinerTragödien" habe ich hier meineFurcht bestätigt gefunden. Der Sukzeß muß den

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