Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
80
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wo die falschenWanderjahre" geschrieben sind, aucheine Schrift wie die Ihrige hervorgegangen. Ich äußertejüngst darüber in Gesellschaft das amerikanische Sprich-wort:In den Ländern, wo viele Schlangen sind,wachsen auch viele Kräuter, die ihren Biß heilen".Mein von Schmerzen zerdrückter Kopf verbietet mirleider, so wie Sie, wackerer Jmmermann, den Feldzuggegen die Lemgoer Glaubensarmee mitzumachen; aberfrüh oder spät werden Sie doch meine Stimme hören,und in Paris, wo jetzt Liebe für deutsche Literatur, be-sonders für Goethe auftaucht, gedenke ich das meinigezu tun. Ich sehe mit der größten Spannung dem Er-scheinen IhresPcrianders" entgegen, ich hege diegrößten Erwartungen davon und zweifle nicht, daß daseinzige Mißfällige, was ich an Ihren Tragödien auszu-setzen hatte, darin vermieden sein wird. Dieses bestehtdarin, daß die Reden der Personen darin oft zu laugsind, und daß sich die Poesie darin oft breit macht. Nochist kein junger Dichter dieser Klippe entgangen bei seinenErstlingen. MeinenAlmansor" trifft derselbe Bor-wurf, nur daß solcher leider nicht der einzige ist; imRatcliff" ist er ganz vermieden, vielleicht etwas zu sehr.Die vermaledeite Bildersprache, in welcher ich den Al-mansor und seine orientalischen Konsorten sprechen lassenmußte, zog mich ins Breite. Außerdem fürchte ich,werden die Frommen im Lande an diesem Stückeviel auszusetzen haben. Herr v. Varnhagen sagt mirgestern, daß ich Sie auffordern soll, etwas für mich zutun, nämlich eine Beurteilung meinerTragödien" zuschreiben. Ich will nicht mehr kleinlich sein und willIhnen gestehen, daß ich auch ohne diese Anregung Sic

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