Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
81
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- ersucht hätte, meineTragödien" imWestfälischen An-zeiger" zu rezensieren. In keinem Falle darf es Ihnen,vielleicht bei zu großer Beschäftigung, eine unbequeme! Last sein, sonst bitte ich Sie: tun Sie es nicht; auchmüßte ich Sie recht herzlich bitten, recht ernstlich strengzu sein, beileibe nicht an den Verfasser zu denken, wennSie das Werk rezensieren. Wenn Sie ein EremplarIhrer Beurteilung an Varnhagen schicken wollen, wärees mir sehr lieb. Für die Übersendung Ihrer Bilderdanke ich Ihnen recht sehr, es war mir ein liebes Ge-schenk. Wegen der Zeitschrift werden Sie gewiß bereitsan Brockhaus geschrieben haben; es wäre nötig, zu be-merken, daß dieselbe alle vierzehn Tage oder vier Wochenerschiene, sonst müßte sie ja konkurrieren mit demHermes". Ihre Elegien haben mir sehr gefallen. Ander Behandlung des Versmaßes habe ich sehr viel aus-zusetzen, recht sehr viel. Ich gestehe es Ihnen frei, aberich gestehe auch, daß ich in meinem ganzen Leben nichtsechs Zeilen in dieser antiken Versart zustande bringenkonnte, teils weil das Nachahmen des Antiken meineminneren Wesen widerstrebt, teils weil ich zu strenge För-derungen an den deutschen Herameter und Pentametermache, und teils weil ich zur Verfertigung derselbenzu unbeholfen bin. Ich habe längst eine Frage ausdem Herzen: welche von Ihren drei Tragödien habenSie zuerst geschrieben? Ich habe bisher immerDasThal von Ronceval" dafür gehalten. Die Stelle, woZoraide den Roland zur Flucht bewegt, rührt mich immerbis zu Tränen. Es kommt mir vor, als hätte ich selbstdiese Stelle mal schreiben wollen, und konnte es nichtvor übergroßem Schmerze. ImAlmansor" habe ick

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