Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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zu erwarten hat. Mir fehlt die Courage zu solchen Hand-lungen, und ich beschwichtige und entschuldige meineFeigheit gegen mich selbst mit den feinen Betrachtungen,daß bei mir so vieles mißdeutet werden kann usw.

Ich habe diesen Winter den Junker Dunst de laMotte Fouquö gesprochen und aus Malice (besser ge-sagt: Neckerei, denn ich liebe das Gemüt dieses Mannes)ihn über den Wert Ihrer Tragödien befragt. Er hatIhnen freilich kein Talent absprechen können, aber ichmußte eine lange, breite Geschichte anhören, die daraufhinauslief, daß ein unbekannter Herr v. List einst sichbei ihm melden ließ, ihm Ihre Duellschrift vorgezeigtund ihn gefragt, wie er, der ritterliche Baron, mit Ihnen,wie er höre, in Verbindung stehen könne? Diese habe eralso brechen müssen, wie sich von selbst versteht. Icherzähle Ihnen die Geschichte, weil Sie sie vielleicht selbstnicht wissen, vielleicht auch nicht wissen, daß Sie hierwegen dieser alten Universitätsgeschichte noch klatschendeFeinde haben. Unser Freund V., dem ich die Geschichteerzählte, rief ärgerlich aus:Der ritterliche Baron istein Narr!" Doch ich schweife zu sehr ab, ich traueIhnen viel Talent zu in politischer Schriftstellerei, undich denke: das Messer, das einen Pustkuchen so hübschtranchiert hat, kann auch einen diplomatischen Hasenzerlegen. Jener Brief über dieWanderjahre", worinein so freudiges Talent der Darstellung, des kritischenZersetzens und der scharfsinnigsten Kombinationen gezeigt,hat hier vielen Beifall gesunden. Die von Frankfurtdatierte Korrespondenz darüber imMorgenblatte" isthier geschrieben, und zwar von dem Bruder der Frauv. Varnhagen. Es ist merkwürdig, daß aus Westfalen,

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