Behrcnstraße für sechs Groschen zu sehen sind. Gansfindet diese beide sehr interessant, und in seinem neuerBuche wirst Du, bei Gelegenheit des chinesischen Erb-rechtes, folgendes Zitat finden: „Siehe die Chineserauf der Behrcnstraße Nr. 65, sowie auch meine Nanking-hose, und vgl. damit Teu-zing-leu-li, V. x. Kap. 8". —Man will hier zwar behaupten, daß diese zwei Chinesen ver-kleidete Österreicher sind, die Metternich hergeschickt hat,um an unserer Konstitution zu arbeiten. Zunz hat dicChinesen noch nicht gesehen . . . Ich mag ihn gut leiden,und es schmerzt mich bitterlich, wenn ich sehe, wie dieserherrliche Mensch so sehr verkannt wird wegen seinesschroffen, abstoßenden Äußern. Ich erwarte viel vonseinen nächstens erscheinenden Predigten; freilich keimErbauung und sanftmütige Seelenpflaster; aber etwasviel Besseres, eine Aufregung der Kraft. Eben anletzterer fehlt es in Israel. Einige Hühneraugenopera-teurs (Friedländer u. Co.) haben den Körper des Juden-tums von seinem fatalen Haut geschwür durch Aderlaßzu heilen gesucht, und durch ihre Ungeschicklichkeit undspinnwebige Vernunftsbandagen muß Israel verbluten,Möge bald die Verblendung aufhören, daß das Herr-lichste in der Ohnmacht, in der Entäußerung aller Kraft,in der einseitigen Negation, im idealischen Auerbach-tume bestehe. Wir haben nicht mehr die Kraft, einen Bartzutragen, zu fasten, zu hassen und aus Haß zu dulden:das ist das Motiv unserer Reformation. Die einen, diedurch Komödianten ihre Bildung und Aufklärung emp-fangen, wollen dem Judentum neue Dekorationen undKulissen geben und der Souffleur soll ein weißes Beff-chen statt eines Bartes tragen; sie wollen das Weltmeer
68