Gedichte mit grimmiger Rancune ausgehunzt hat. Daßletztere ausgehunzt zu werden verdienen, das weiß ichselbst, aber daß jenes Aushunzcn nicht ohne Gründe,und bloß von einigen nichtssagenden Redensarten unter-stützt, geschehen darf, das weiß ich auch, und ich wünschtesehr, daß jener Aushunzer sich auf eine wirklicheBeurteilung meiner Gedichte einlassen möge. Siewürden mich sehr verbinden, lieber Keller, wenn Sie mirdazu behilflich sein wollten und folgende Anfrage indas Brockhausische Konvcrsationsblatt einrücken ließen:„Der Verfasser des Briefes aus Berlin vom18. April in Nr. 90 dieses Blattes wird ersucht,die einfachen Fragen zu beantworten: Ist Poesiein Heines Gedichten? Und wenn sie denn so ganzungenießbar sind, warum werden sie dann vonso vielen genossen?"
Wenn Sie diese Anfrage mit Ihrer eigenen Chiffreunterzeichnen wollten, so wäre es mir gewiß sehr lieb.Tragen Sie indessen Bedenken, das zu tun, lieber Keller,so setzen Sie das erste beste noch ungebrauchte Zeichendarunter. Ich möchte nicht den Schein tragen, als hätteich von jenem Ausfall Notiz genommen und habe dennochhöchst wichtige Gründe, obige Frage beantwortet zusehen. Sic tun mir einen großen Gefallen. Der Ochsbefindet sich gesund und wohl, stößt noch hie und da mitden Hörnern; aber wo man einen Hörnerstoß bekömmt,weiß man gleich, daß er vom Ochsen herrührt . . . .Hier ist alles still bis aus die Kabinetts-Odre. DerKönig hat zwei neue Köche bekommen; der eine heißtLouis, bekömmt 600 Taler mehr als ein Geheimer Re-gierungsrat und macht ganz süperbe Aufsätze. Wenn
43