Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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verfolgt mich ein ewiges Mißtrauen, überall hör ichmeinen Namen, und hinterdrein ein höhnisches Gelächter.Wenn Du mich vergiften willst, so bringe mir in diesemAugenblick die Gesichter von Klein, Simons, Bölling,Stucker, Plücker und von Bonner Studenten und Lands-leuten vor Augen. Das miserable Gesindel hat auch dasSeinige dazu beigetragen, mir die Berliner Luft zu ver-pesten. Und Dir verdanke ich auch so manches,o Christian! Christian!

Aber glaube nur nicht, daß ich Dir böse sei, daßein besonderes Faktum Ursache dieses Billetts sei.

Ich hoffe, lieber Christian, daß wir uns, solang ichnoch in Berlin sein werde, recht oft sehen und sprechenwerden. Ich wünsche, daß Du mich auch mal besuchst,damit ich nicht zu oft Gefahr laufe, Dich in Gesellschaftschauderhafter Gesichter zu treffen. Ich werde Dichdiese Tage besuchen, und Dir auch dieFlegeljahre" mit-bringen. Es tut mir sehr leid, lieber Christian, daß ichDir erst den 1. Mai die 9 Taler geben kann, und daß ichvielleicht Ursache bin, daß Du in Geldverlegenheit bist.Es ist schauderhaft von mir, daß ich sie Dir nicht voreinigen Monat gab, als ich meinen Wechsel erhalten.Sonst pflegte Zuverlässigkeit zu meinen Tugenden zugehören. Ich werde auch diese Tage Deine Familiebesuchen. Leb wohl, lieber Christian, und sei mir sogut, wie Du es bei den bewandten Umständen seinkannst.

Vis morgen Dein Freund

H. Heine.

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