und bei der rauchenden Kaffctafsc stundenlang mit ihmplauderte. Je öfter ich zu ihm komme, desto mehr findeich, welch ein großer Kopf er ist, und daß mau sagenkann:
Unsichtbare Grazien ihn umrauschen,
Um ncne Anmnt von ihm zu erlausche».
Seine erste Frage ist immer: wie es mit der Herausgabemeiner Gedichte stehe? und scheint solche sehr zu wün-schen. Auch Du, lieber Fritz, scheinst mich hierüber eben-falls zu fragen. Leider habe ich, wegen der vielen Ver-änderungen, die ich auch Schlegels Rat gemacht habe,noch viele Gedichte wieder abzuschreiben und viele ganzneue Gedichte und metrische Übersetzungen der Engländernoch hinzuzuschreiben. Letztere gelingen mir besondersgut und werden meine poetische Gewandtheit bewähren.Genug des Selbstlobs.
Du kannst Dir nicht vorstellen, lieber Fritz, wie oftund wie lebhaft ich an Dich denke. Um so mehr, da ichjetzt ein höchst trauriges, kränkelndes undeinsames Leben führe. Neue Freundschaften zusuchen, ist bei dem jetzigen Zustand der Dinge ein miß-liches und unratsames Geschäft; und was meine altenFreunde betrifft, so scheine ich denselben nicht mehr zuscheinen. Eines Besuches von Seiner Herrlichkeit, demStaatsrat, habe ich mich lange nicht zu erfreuen gehabt.In stattlicher Schnödigkeit und vornehm nickend sehe ichihn zuweilen bei mir vorüber schreiten. Seine Obsku-ranz, der Herr Konsistorialrat Bölling, den ich währendseiner Krätz-Krankheit vorigen Winter tagtäglich zu be-kneipen pflegte und während den Ferien oft den ganzen
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