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1 (1906)
Entstehung
Seite
XII
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litten, hatte mit immer wachsender Erbitterung erfahrenmüssen, daß man nur allzu oft seine Kunst unter demGesichtswinkel seiner jüdischen Abstammung betrachtete.Auch hatte er, dessenWanderjahre zeitig begannen, äußer-lich nie recht Wurzel im Judentum gesaßt, so viel esihm innerlich mitgegeben hat. Dazu kamen rein mate-rielle Gründe. Er durfte hoffen, als Angehöriger derStaatsreligion in Preußen leichter ein Amt zu be-kommen wie als Jude. Daß ein rein äußerlicher Über-gang ins andere Lager ein inneres Verhältnis zumChristentum hat er nie gewonnen nichts besserte, hater sehr bald in einem Brief an Moser bekennen müssen:Ich bereue jetzt, daß ich mich getauft Hab'; ich seh' nochgar nicht ein, daß es mir seitdem besser gegangen sei, imGegenteil, ich habe seitdem nichts als Unglück."Neben den juristischen Studien hat Heine in dieserGöttinger Zeit für Poetisches und Literarisches wenigSinn gehabt. Gelegentlich schrieb er an seinenMe-moire n", einen alten Plan aufnehmend, kämpfte mitdem spröden Stoffe desRabbivon Bachcrach"und arbeitete seineH a r z r e i s e" aus. Zweimalhatte er inzwischen den Aufenthalt in Göttingen unter-brochen. Im Frühjahr 1824 war er in Berlin, um alteBeziehungen wieder auszunehmen, neue anzuknüpfenund im Herbst wanderte er in den Harz, wobei er,Thüringen berührend, auch Goethe in Weimar be-suchte. Voll Vorurteil und scheuer Verehrung, Zu-neigung und Abwehr, kurz in innerer Ratlosigkeit warer vor ihn getreten und die Ungunst der Stunde ver-mochte nicht das lösende Wort zu bieten. Stärker alsje fühlte er das Gegensätzliche ihrer Naturen und, so

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