nach Paris zu besprechen. Der Oheim willigte nicht ein,gewährte ihm aber neben der Zusicherung weiterer Mittelzum Studium, die Möglichkeit eines Erholungsaufent-haltes in Cuxhaven. Er sieht zum erstenmal das Meer undempfängt damit vielleicht den tiefsten seelischen Eindruckdes Lebens. Nicht auf einmal erschloß sich ihm seineletzte Schönheit, aber immer wieder von neuem reizt esihn, sie zu entschleiern und es gewährt einen eigenenGenuß, in den Briefen zu verfolgen, wie der Zauberdes Meeres ihn zunächst kalt läßt und er an SchwesterLotte nur zu berichten weiß: „Es sind wenig Men-schen hier, triste und cnnuyant", bis er ihn ganz gefangennimmt und sich an Moser die Worte losringen: „dieSee war mein Umgang und ich habe nie einen besseren 'gehabt." —
Heine mochte in diesen Wochen für Gemütseindrückebesonders empfänglich sein, war doch in seine Seelein jenen Hamburger Tagen der zündende Funke einerneuen Leidenschaft gefallen, der Liebe zu ThereseHeine, der jüngeren Schwester Amalicns. Deutlichgestanden hat er sie sich und ihr wohl erst bei einemerneuten Aufenthalte im Hause des Oheims, bei derRückkehr vom Seebad. Nach Lüneburg heimkehrend,denkt er nun ernstlicher an seine Jurisprudenz. Einenanregenden Verkehr fand er in Rudolf Christiani,mit dem Heine in der Folge eine Reihe von Jahren eifrigBriefe wechselte. Poetisches ist in dieser Zeit wenig ent-standen. Desto mehr Zeit verwendet er auf Lektüre: vorallem auf Goethe. Der Goethekult im Rahclschen Kreisekonnte ihn wahrlich nicht unberührt lassen, aber dasUnstäte seines äußeren Lebens hatte bisher wenig Muße
X