Sonett.
Ein altes enges Haus, ein dumpfes Zimmer,Ein Krankenbett — und, siech zum Tod, ein Mann.Der Arzt fühlt seinen Puls und schaut ihn anUnd flüstert: „Frau Mathilde, es wird schlimmer."
Die Sonne sinkt. Durch's Fenster glüht ihr Schimmer,Den schon sein Auge nicht mehr sehen kann.
Ein Lächeln irrt um seine Lippen. DannErstarren Aug' und Mund und Herz — für immer.
Der Arzt ist fort. Zur Nachbarin eilt Mathilde.
Gewiß, der arme Heine thut ihr leid.
Doch hat sie Furcht, allein mit einer Leiche.
Er ruht .... Der Mond geht auf und um das bleichePoötenantlitz webt er still und mildeDie Aureole der Unsterblichkeit.
Max Bernstein.