AMe-AnOmaWMWt. -ZV
(!5>opteinber 1888.)
Lang ist der Fade» der deutschen GeduldUnd spinnt sich je fester — je länger,
Zumal weun's gilt zu tilgen die SchuldAn einen deutschen Sänger!
Doch schließlich brennt es auch uns in der BrustUnd zuckt uns durch die Gebeine — —
So denkt man jetzt au die Begleichung justDes Konto's „Heinrich Heine."
Schon rnsteleu sie in Düsseldorf sichEin Standbild ihm zu errichten;
Da fuhr durch die Rechnung plötzlich ein Strich:„Ein Denkmal — Dem? — Mit uichten!"
So tönt es und . . . Schweigen ist der Rest;Nur dies ward allenfalls helle:
Es soll sich handeln um einen ProtestVon ziemlich hoher Stelle.
Von anderer Seite bestritt man das — —
Doch mir schien die Sache zu wichtig,
Ich fragte und forschte und fand denn baß:Der „hohe Einspruch" ist richtig;
Erhoben wurde er allzumal
Sogar vom erhabensten Orte;
Herab vom Olymp — aus dem Dichtersaal —
Sprach Heine selbst diese Worte:
„Soll gelten als geist'ger Verdienste SymbolEin Monument auf Erden,
Dann mag — unter andern — in Deutschland wohlIch standbcbildert werden;