Die Bekanntschast des Herrn von Farenhcid ') mid desHerrn Lehmann macht mir sehr viel Freude. In Preußengibt's doch noch Patrioten. Dort sind sie aber auch am nöthig'stcn. Nur Patrioten und Philosophen dorthin, so soll Asienwohl nicht riber die Grenzen von Kurland vorrücken. Ilio mu-rus iilwneus esto. O wenn mir nur meine elenden Gesund-heitsurnständc verstattctcn, mehr in Gesellschaft mit diesen vor-trefflichen Leuten zu sein. Wir wohnen wie in einem Hause,nämlich in verschiedenen, die aber demselben Herrn gehören undin allen Etagen Cvmmunicaiion haben, so daß man zu allenZeiten des Tages ohne Hut und im Schlafrocke zusammen kommenkann, wenn man will. Ich hoffe, die wiederkehrende Sonne sollmir neue Kräfte bringen, von jener häuslichen Verbindung häu-figern Gebrauch zu machen, als mir bisher möglich gewesen ist.
Mit der innigsten Verehrung und unter den eifrigsten Wün-schen für Ihr Wohlergehen habe ich die Ehre zu verharren rc.
An Lichtenberg ").
1.
Stade, den 1Z. August 177Z.Mein lieber Brud er!i^afür, daß ich Dir weitläufig sund anders wäre es nichtmöglich) erzähle, warum ich Dir nicht habe schreiben können,
"> Gebürtig aus Ostpreußen, studirte damals, durch Kant anLichtenberg empfohlen, in Begleitung des Kandidaten Lehmann inGöttingen. Letzterer starb als Rector der Domschnle und außerordent-licher Professor der Philosophie zu Königsberg, 1821. v. Fahrenheidlebte noch in neuerer Zeit auf seinen ausgedehnten Gütern im Regie-rungsbezirke Gumbinnen, gleich hochgeachtet wegen der Biederkeit seinesCharakters und seiner umfassenden Intelligenz, als wegen seiner mu-sterhaften Thäligkeit in den wichtigsten Zweigen der Landwirthschast.
") Der Verfasser hatte nebst drei altern Brüdern seine Eltern über-VI/. 22
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