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wenn ich an Ihren Garten, Ihre Ruhe und Ihre Freuden zu-rückdenke.
An Kant ").
Güttingen, den Z> Decdr. 1798.Empfangen Sie, verehrungswürdiger Mann, rneinen herzlich-sten Dank für Ihr gütiges Andenken an mich, wovon Ihr letz-tes Schreiben wieder so manchen unschätzbaren Beweis enthielt.Die Freude, die mir jede Zeile, die ich von Ihnen erhalte, zujeder Zeit macht, wurde diesmal nicht wenig durch einen Um-stand vermehrt, der meinem kleinen häuslichen Aberglaubengerade recht kam: Ihr vortrefflicher Brief war vom ersten Julidatirt, und dieser Tag ist mein Geburtstag. Sie würden ge-wiß lächeln, wenn ich Ihnen alle die Spiele darstellen könnte,die meine Phantasie mit diesem Ereignisse trieb. Daß ich Allesdabei zu meinem Vortheile deutete, versteht sich von selbst. Ichlächle am Ende darüber, ja zuweilen sogar mitten darunter,und fahre gleich darauf wieder damit fort. Ehe die Vernunft,denke ich, das Feld bei dem Menschen in Besitz nahm, woraufjetzt noch zuweilen diese Keime sprossen, wuchs Manches aufdemselben zu Bäumen auf, die endlich ihr Alter ehrwürdigmachte und heiligte. Jetzt kommt es nicht leicht mehr dahin.Es freute mich aber in Wahrheit nicht wenig, mich gerade Ih-nen, verehrungswürdiger Mann, gegenüber auf diesem Aber-glauben zu ertappen. Er zeugt auch von Verehrung und zwarvon einer Seite her, von welcher wohl, außer dem Kanl'schcnGott, alle übrigen stammen mögen.
') Immanuel Kant, geb. zu Königsberg 1721, gest. 1804. Die-ser Brief findet sich abgedruckt in: ,/J. Kaut's Briese u. herausgege-ben von F. W. Schubert. Leipzig 1312.