Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
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Akademie vorgelesene Schrift zum Geschenk gemacht, die ichauch zur schuldigen Danksagung im Kalender ercerpiren will.

(Billct ohne Datum').)

Ew. Wohlgebor,statte ich vor allen Dingen gehorsamsten Dank für das unver-geßliche Geschenk ab, das Sie mit Ihrem Werke mir gemachthaben. Bei neuen Auflagen von Werken, deren Ruhm nur al-lein zugleich mit der Sprache fallen kann, worin ste geschriebensind, ist wohl die größte Freude der Zeitgenossen, sie von demVerfasser selbst mit der unveränderten Thätigkeit und Geistes-stärke besorgt zu sehen, wodurch ste zuerst entstanden sind, unddas zwar nach einer nicht geringen Zwischenzeit.

Es ist ein Satz, über welchen ich mich sogar zuweilen mitmeinem Sohn unterhalte, daß vorzüglich bei dem mathemati-schen Genie die frühe Reife der langen Dauer nicht nachtheiligist. Die Sache ist auch, wie mich dünkt, nicht schwer einzu-sehen, denn wenn Verständlichkeit, und zwar unwidersprechliche,für den Geist ist, was bei dem Magen Verdaulichkeit heißt, undjene Nahrung gar keine Empirie voraussetzt, so ist es auch keinWunder. Ich glaube, der Mensch würde ewig leben, wenn auchder Leib dort zu allen Zeiten mitessen könnte.

Herr Rohde hat mir aufgetragen, ihn Ew. WohlgeborenAndenken dringend zu empfehlen und zugleich zu sagen, daß er

') Nach einer auf dem Originale befindlichen Bemerkung des Em-pfängers wird dieses Billet noch am 18ten Februar 1799, wenige Tagevor dem Ableben des Verfassers, (am 21sten Februar) geschrieben sein.