Güttingen, den 18. Februar 1738.
Merzeihen Sie den kleinen Aufschub gütigst, den meine Ant-wort auf Ihren herrlichen Brief erlitten. Es war nicht meineSchuld, sondern bloß Abhaltung in denen Stunden, die ichzur Beantwortung von Briefen aussetze. Auch wird es sonstnicht viel schaden, denn da die Donnerwetter jetzt die Winter-quartiere bezogen haben, so laßt sich wohl dem wachhabenden Offi-zier ein Schläfchen erlauben. Kommen Sie zu mir, liebsterFreund; aber wenn Sie die andere Hälfte mitbringen, so sor-gen Sie wenigstens, daß es für mich nicht ganz unpräparirtgeschehe. Denn der Schlafrock ist noch immer mein Gallakleid.— Sie wollen also bald wieder Etwas vom Stapel laufenlassen? Recht brav. Mein Name und Flagge steht Ihnen al-lezeit zu Befehl; nur bitte ich gehorsamst, zu bedenken, ob dasSchiff darunter auf dem Meere der Welt sein Glück machenwerde. Ich heiße eigentlich (»sorKius Lliristoplrorus, habe esaber in der Georgik eben so wenig weit gebracht als in derChristophorie.
Die Frage, wie die besten Blitzableiter angelegt werdenmüssen, ist seit einigen Jahren sehr oft an mich gethan worden.Nach gegenwärtigem Cours ist sie wirklich leicht zu beantworten.Es steht in so vielen Schriften, zumal im Reimarus^) soaus einander gesetzt, daß ich nichts zuzusetzen weiß. Etwas tie-fer ausgeholt, wird aber die Sache schwer und in manchen Fül-len bedenklich. Ihnen als Philosoph, nicht als zur Verfertigung
') Die Ursache des Einschlagens vom Blitz, nebst dessen naturlichenAbwendung von uiffcrn Gebäuden, ans zuverlässigen Erfahrungen vonWetterschlägen. Hamburg 1768.