Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
Seite
220
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sten hat Mangelesen. Nein, lieber Freund, wer Ihnen denRuhm eines unserer ersten Schriftsteller, ja in vieler Rücksichtden des ersten nicht zuerkennt, muß Ihre Schriften nicht mitAufmerksamkeit gelesen haben, oder weiß nicht, was er sagt.

Sie müssen, dünkt mich, jetzt nicht mehr weiter spannen.Sie würden zwar selbst alsdann noch viele Leser behalten, undmich immer darunter, die gerne lesen, was die Aufmerksamkeitnicht bloß unterhält, sondern sehr strenge fordert; allein ein ei-gentlich sogenannter beliebter Schriftsteller, selbst im guten Ver-stände, bleibt man alsdann nicht mehr. Doch hiervon künftigeinmal mehr, und vielleicht einmal ox prolosso. Daß, wasich von Ihrem schriftstellerischen Verdienst gesagt habe, aus demHerzen kommt, können Sie und werden Sie versichert sein,widrigenfalls muß ich es mit einem Geständniß belegen, daszwar wieder eine Versicherung ist, aber doch von der Art, daßes mehr als andere die Zeichen seines Ursprungs an der Stirnträgt, und das ist dieses: daß ich mich von keinem Schriftstellerso gern genannt lese, als von Ihnen. Ist das wahr gesprochenoder nicht? sagen Sie. Bei mir hat das Geständniß auch derkleinsten Eitelkeit, als Beleg gesprochen, Eides kraft. SehenSie, das heiße ich Stolz, und Wahrheit.

An Ihren Schicksalen, widrigen und guten, finden Sieimmer in mir den herzlichsten Theilnehmcr. O, ich habe Tbeilnehmen gelernt, und lerne es immer mehr, mein Bester. We-gen Ihrer kränklichen Umstände werden Sie genug Rathgebcrhaben, und einer mehr oder weniger kann also nicht schaden.Vielleicht hat Ihnen aber noch Niemand gerathen, was ich Ih-nen ralhen werde. Essen Sie einmal so wenig, daß Sie imeigentlichen Verstand aufhören, wenn Andere erst recht anfangen,und des Abends etwa acht Löffel voll Heringsalat oder etwas