vergleichen, nur anpassen, lernen, rc.
Empfehlen Sie mich Ihrer Frcnndin als
Ihren treuen Freund.
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10.
Güttingen, den 27. Mai 1722.
tausendfältigen Dank, liebster Freund, für den zweiten BandIhrer Ansichten. Ich erhielt ihn zwar schon heute vor acht Ta-gen , habe aber vorsätzlich die Lectüre auf die Psingstferien ver-spart, die ich auf dein Garten zubringe, wo Laube, reiche Blu-menbeete und reine Lebenslust sich besser an Didot'schcn Druckund Forster'scbe Empfindungen und Gedanken anschließen, alshier die Atmosphäre von Philistäa und seine Wurstrhicre. Alleinwahrhaftig nun im Ernst gesprochen, liebster Mann, es wun-dert mich höchlich, daß Ihnen, dem großen Herzen- und Nie-renkenner und Prüfer, die Erfahrung, daß das omuibus ssiis-laoero, sibi autvm uuuguiuu salis lacaro posss gerade dasrechte Kriterium eines großen Schriftstellers ist, noch nicht sogeläufig geworden ist, wie andere unendlich feinere, die mirIhre neueren Schriften zu einem wahren Geistcsfest machen. Cicero,glaube ich, sagt es von sich, und dafür ist es auch Cicero. Lä-cheln mußte ich gestern, da ich eine Recension dieses zweitenBandes Ihres Buchs im Hamburger Correspondenten las undmir Ihrem Brief verglich. Der Recensent merkt nämlich an,daß ihm der zweite Band fast besser gefallen hätte als der erste,und so wird es mir gewiß aus sehr bekannten ästhetischenGründen auch gehen, denn den zweiten liest man nur, den er-