Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
Seite
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gesehen, daß der Mensch viel mehr vermag, als ich ihm sonstzutraute. Was müßte nicht aus dem Manne werden können,der sehr Vieles ist, ohne es zu wissen, wenn er nun noch Kraftvon der Art anwendete zu Selbsterschaffung und Erhaltung.Aber ich fürchte, man lernt jene Fähigkeit des menschlichen Gei-stes nicht kennen, als in dem Zustande von kränklicher Empfind-lichkeit und kränklich scharfer Bcmerkungsgabe, die wieder voneiner Seite die Ausführung erschwert. Liebster Freund, was ichzwischen meinen vier Wänden hierin gethan habe, würde michverewigen können, wenn ich entweder schreiben könnte wie Sic,oder diese Kräfte auf Gegenstände anwenden, die mehr ins Augefielen. Allein man setzt niemanden Ehrensäulcn, der mit Hel-denmuth bloß verhindert, daß er michr zum alten Weibewird. Für ihr vortreffliches Geschenk, ich meine für IhreAnsichten und Ihre Sakontala, danke ich Ihnen vielleicht mitgrößerer Herzlichkeit, als es sonst gewöhnlich ist, für Geschenkevon Büchern zu danken. Ich sage Ihnen eben so aufrichtig alsgerade heraus, daß ich Ihre Ansichten für eins der ersten Werkein unserer Sprache halte. Ich bin aber auch stolz genugzu glauben, daß sie nicht von jedem Leser so verstanden und soinnigst anerkannt werden möchten, als von mir. Ich habe ein-mal in einem Feenmährchen eine sehr angenehme Vorstellunggelesen; der Held nämlich reiset, und unter der Erde reist ihmbeständig ein Schatz nach, wohin er auch geht. Bedarf er et-was, so pocht er nur leise an die Erde, so steht der Schatz stillund öffnet sich ihm. Sie find mir, bester Freund, auf IhrerTour hundertmal so vorgekommen, wie jener Glückliche in derFeenwelt. Auch da, wo Ihr Stab den Boden nicht anschlug,sah ich immer den Schatz Ihnen folgen. Wer Ihre Worte zuwägen weiß, kann es auch unmöglich übersehen. Die Gabe,