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Göttingen, den 30. Sept. 17gg.
Liebster Freund!
^ch bettele schon wieder; ein neuer Beweis, daß mich derHimmel wieder in meine alte Natur eingesetzt hat; diesmal istes um eine gütige Aufnahme des Ueberbringers, eines H. Aykeaus Danzig, eines sehr großen Verehrers Ihrer Verdienste undmeines sehr guten Freundes. Zugleich bitte ich, ihn unsermlieben Sömmcrring zu empfehlen. Ich Hütte gern an den bra-ven Mann auch geschrieben, aber ich habe einen so entsetzlichgroßen Bettelbrief in Petto an ihn, daß mir fast bange wirdihn anzufangen, und so schiebe ich immer auf, er wird aberdoch endlich in den Ferien geboren werden. Präpariren Sieihn doch im voraus darauf , und grüßen Sie ihn und seine Al-mosenrasse einstweilen.
Also Sie haben die Freiheitsinfluenza in Ihrer Stadt auchgehabt? Wir auch, aber doch nicht so heftig'). Herr Aykekann Ihnen mündlich davon Nachricht geben, so wie ich densel-ben gebeten habe, mir die Geschichte des dortigen Fiebers münd-lich zu überbringen. Man ficht doch immer daraus, was derMensch eigentlich ist, und lernt seinen Hut immer tiefer vordem Galgen abziehen; er bleibt doch immer eins der nobelstenZnstrumerte, selbst das Herschel'sche Teleskop nicht ausgeschlos-
') Forster lebte damals in Mainz. Einer Balgerei zwischcnHand-wcrkcrn und Studenten legte man, bei der in jener Zeit entstehendenRevolulionsfurcht, eine unverdiente Wichtigkeit bei. Die Unruhen inKöttingen, Ende Juli 17M, bestanden ebenfalls lediglich in einemStreite zwischen Studenten und Handwerkern, der einen Auszug der el-fteren zur Folge hatte.