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Haimoder, den Zten März 1772.
Ihr gute» Leute, Frau und Mann.
Unter handgreiflichem Schutz des Himmels, der mich mit Son-nenschein und Lerchengesang von Ayrcrs Garten an vis hierheran das Calenberger Thor begleitet hat, bin ich vorgestern beiguter Gesundheil hier eingetroffen. Ich logire am Ende derMarkrstraße, da wo sie ansängt die breite Straße zu heißen,nahe bei der Acgidienkirche. Mein Wirth ist ein Glaser Na-mens Meitmershausen, ein solcher Philister als jemals einerpereiret worden ist. Die Frau Glaserin, die ich künftig immerFrau von Meitmershausen nennen werde, scheint mir eine guteFrau zu sein. Sic kleidet sich hoch und geht nicht viel niedri-ger, scheint aber zu suhlen, daß ein Götringischcr Professor bei-nahe so viel ist, als ein Hannoverscher Glaser, deswegen glaubeich, wollen wir ganz zufrieden zusammen leben. Meine Auf-wäricrin ist für eine hannoversche ziemlich schon, hat aber auchden Fehler, daß sie besser von hinten aussieht als von vorne,wovon das Erste seinen Grund in der niedlichen Kleidung unddas Letztere im Gesicht hat. Ich sehe sie deswegen auch gemei-niglich erst au, wen» sie hinausgeht.
Mein Stübchen ist ganz nett, nur das Bett gefällt mirnicht, es ist so schmal, daß vorige Nacht mein linkes Bein au-ßerhalb desselben schlafen müßte. Ich ziehe aber in acht Tagcneine Etage hinunter, wo ich überhaupt ein feineres Zimmer be-kommen werde. Übrigens lebe ich völlig wieder wie ein Putschehier, aber wie einer, der keinen Traugott und keinen Pedellenzu fürchten hat, in einer sehr volkreichen Stadt, deren Tugend