auf 2 Prozent Interesse accordire, und damit den Anfang jetztmache mir der Armuth, die ich unter Salz, trocknem Brot, ab-gerissenen Hosenknöpfcn, halben Hemdknöpfen, Zunderstückchcnund Bindfaden aus meinen Taschen zusammen lese. Kommenbessere Zeiten, so will ich an Abtragung des Capitals wenigstensdenken, ich arbeite wenigstens jetzt ernstlich an besseren Zeilen,und habe vor etwa 12 Tagen wirklich den Anfang mit Anle-gung einer Kegelbahn gemacht in einem Garten, der fast soweit von meiner Wohnung liegt, als ehemals der Galgen vonder Pioh-Gasse'), oder dem Armensünderstübchen. Auch eineFlinte habe ich mir angeschafft, diesen Sommer über meine Zu-ckererbsen selbst entzwei zu schießen und zu verderben; vorigesJahr thatcn es die Sperlinge. —
O lieber Freund, was für Antheil ich an Ihrem Glück undUnglück nehme, kann ich Ihnen mit Worten nicht ausdrücken.Ihr erster Brief enthielt starke Dosen von beiden. Sie sehendoch, wie der Himmel den bittern Kelch mit einem süßen undkräftigen Nachtrunk zu versetzen weiß. Wen der Himmel liebhat, das wissen Sie, dem gibt er böse —, aber auch Tochter-männer wie Huseland. Daß Ihre Frau Tochter einen solchenvortrefflichen Mann gefesselt hat, gibt mir einen sehr hohen be-griff von Ihrer Frau Tochter. — Ich danke Ihnen und IhremHerrn Sohn für die schöne Landschaft, ich werde gewiß den be-sten Gebrauch für die Zukunft davon machen. Wegen des Frei-tisches müssen Sie nothwendig an Hr. Hofr. Heyne schreiben.Schließen Sie den Brief an mich ein, so will ich ibn mit einemBillet begleiten, und sonst noch dabei wirksam sein. Heyne hat
') Im Munde des Volkes in Darmstadt statt Pädagog-Gasse,welche von dem damals darin befindlichen Pädagogium ihren Namen hatte.