Besonders eine feuergelbeViole brennt mir stets im Hirn.Wie reut es mich, daß ich dieselbeNicht einst genoß, die tolle Dirn.
Mein Trost ist: Lethe's Wasser habenNoch jetzt verloren nicht die Macht,DaS dumme Menschcnhcrz zu labenMit des Vergehens süßer Nacht.
S.
Ich sah sie lachen, sah sie lächeln.Ich sah sie ganz zu Grunde zehn;Ich hört' ihr Weinen und ihr Röcheln,Und habe ruhig zugeschn.
Leidtragend folgt' ich ihren Särgen,Und bis zum Kirchhof ging ich mit;Hernach, ich will es nicht verbergen.
Speist' ich zu Mittag mit App'tit.
Doch jetzt auf einmal mit BetrübnißDenk' ich der längstvcrstorb'nen Schaar;Wie lodernd plötzliche Verliebniß,
Stürmt's aus im Herzen wunderbar!
Besonders sind es Julchens Thränen,Die im Gedächtniß rinnen mir;Die Wchmuth wird zu wildem Sehnen,Und Tag und Nacht ruf' ich nach ihr!
Oft kommt zu mir die todte BlumeIm Fiebcrtraum; alsdann zu MuthIst mir, als böte sie posthumcGewährung meiner Liebesgluth.
O «zärtliches Phantom, umschließeMich fest und fester, deinen MundDrück ihn aus meinen Mund — versüßeDie Bitterniß der letzten Stund!