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Krllmpe gegangen, daß schier nichts übrig geblieben als die Stimme, und meinBett mahnt mich an das tönende Grab des Zauberers Merlinus, welches sichim Walde Brozcliand in der Bretagne befindet, unter hohen Eichen, derenWipfel wie grüne Flammen gen Himmel lodern. Ach, um diese Bäume undihr frisches Wehen beneide ich dich, College Merlinus, denn kein grünes Blattrauscht herein in meine Matratzengrnft zu Paris, wo ich früh und spat nurWagengerassel, Gehämmer, Gekeife und Claviergcklimper vernehme. EinGrab ohne Ruhe, der Tod ohne die Privilegien der Verstorbenen, die keinGeld auszugeben und keine Briefe oder gar Bücher zu schreiben brauchen —das ist ein trauriger Zustand. Man hat mir längst das Maß genommenzum Sarg, auch zum Nekrolog, aber ich sterbe so langsam, daß solches nach-grabe langweilig wird für mich, wie für meine Freunde. Doch Geduld, alleshat sein Ende. Ihr werdet eines Morgens die Bude geschlossen finden, woEuch die Puppenspiele meines Humors so oft ergötzten.
Was soll aber, wenn ich todt bin, aus den armen Hanswürsten werden, dieich seit Jahren bei jenen Darstellungen emplopirt hatte? Was soll z. B. ausMaßmann werden? Ungern verlaß ich ihn, und es ersaßt mich schier einetiefe Wehmuth, wenn ich denke an die Verse:
Ich sehe die kurzen Beinchcn nicht mehr.
Nicht mehr die platte Nase;
Er schlug wie ein Pudel, frisch, fromm, fröhlich, frei,Die Purzelbäume im Grase.
Und er versteht Latein. Ich habe freilich in meinen Schriften so oft dasGcgenthcil behauptet, daß niemand mehr meine Behauptung bezweifelte, undder Aermste ein Stichblatt der allgemeinen Verhöhnung ward. Die Schul-buben frugen ihn, in welcher Sprache der Don Quirote geschrieben sei? undwenn mein armer Maßmann antwortete: in spanischer Sprache — erwiedcr-ten sie, er irre sich, derselbe sei Lateinisch geschrieben und das käme ihm sospanisch vor. Sogar die eigene Gattin war grausam genug, bei häuslichenMißverständnissen auszurnfen, sie wundre sich, daß ihr Mann sie nicht ver-stehe, da sie doch Deutsch und kein Latein gesprochen habe. Die Maßmänni-sche Großmutter, eine Wäscherin von unbescholtener Sittlichkeit und die einstfür Friedrich den Großen gewaschen, hat sich über die Schmach ihres Enkelszu Tode gegrämt; der Onkel, ein wackerer altpreußischer Schuhflickcr, bildetesich ein, die ganze Familie sei schimpfirt und vor Verdruß ergab er sich demTrunk.
Ich bedaure, daß meine jugendliche Unbesonnenheit solches Unheil ange-richtet. Die würdige Waschfrau kann ich leider nicht wieder in's Leben zu-rückrufen, und den zartfühlenden Oheim, der jetzt zu Berlin in der Gosse