Druckschrift 
4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
301
Einzelbild herunterladen
 

301

Hallen der Wissenschaft, der Gewaltige, der Liedcsspecrschwinger, der dieRiesen des Gesanges hingestreckt, ihr Sieger und Bezwinger. Seine Liedernehmen den Weisen den Dichtermuth, fast schwindet vor ihnen Assaph'sund Jeduthan's Kraft und Gluth, und der Korachitcn Gesang däuchtzu lang. Er drang in der Dichtkunst Speicher und plünderte die Vorräthc,und entführte die herrlichsten Geräthe, er ging hinaus und schloß das Thor,das keiner nach ihm es betrete. Und denen, die folgen den Spuren seinesGanges, zu erlernen die Kunst seines Sanges, nicht seines SiegcS-wagens Staub zu erreichen gelang es. Alle Sänger sichren im Munde seinWort, und küssen seiner Füße Ort. Denn in der künstlichen RedeWerke zeigt sich seiner Sprache Kraft und Stärke. Mit seinen Gebetenreißt er die Herze» hin, sie überwindend, in seinen Liebcsliedcrn mild wieder Thau, und wie feurige Kohlen zündend, und in seinen Klagetonenläßt er strömen die Wolke der Thränen, und in den Briefen und Schrif-ten, die er versaßtist alle Poesie eingefaßt."

(Rabbi Sa'lomo Al-C-Harisi über Nabb Iehnda HalevY.)

Nachwort z»m Romanzero.

Ich habe dieses Buch Romanzero genannt, weil der Romanzcnton vorherr-schend in den Gedichten, die hier gesammelt. Mit wenigen Ausnahmenschrieb ich sie während der letzten drei Jahre, unter mancherlei körperlichenHindernissen und Qualen. Gleichzeitig mit dem Romanzero lasse ich in der-selben Verlagshandlung ein Büchlein erscheinen, welchesder Doktor Faust,ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Heren und Dichtkunst"betitelt ist. Ich empfehle solches einem verchrungswürdigcn Pnbliko, das sichgern ohne Kopfanstrengung über dergleichen Dinge belehren lassen möchte; esist eine leichte Goldarbeit, worüber gewiß mancher Grobschinied den Kopfschütteln wird. Ich hegte ursprünglich die Absicht, dieses Produkt demRomanzero einzuverleiben, was ich aber unterließ, um nicht die Einheit derStimmung, die in letzterem waltet und gleichsam sein Colorit bildet, zu stören.Jenes Tanzpocm schrieb ich nämlich im Jahre 1847, zu einer Zeit, wo meinböses Siechthum bereits bedenklich vorgeschritten war, aber doch noch nichtseine grämlichen Schatten über mein Gemüth warf. Ich hatte damals nochetwas Fleisch und Hcidenthum an mir, und ich war noch nicht zu dem spiri-tnälistischen Skelette abgemagert, das jetzt seiner gänzlichen Auflösung cnt-gegenharrt. Aber eristire ich wirklich noch? Mein Leib ist so sehr in die