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4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
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Trinken zu legen, wollten auch ihn dabei haben und hießen ihn bleiben, umhier bei ihnen mitzutrinken, wozu er sich denn auch verstand und da blieb.Endlich als sie ihm bei'm Trinken herzlich schön thaten, gab er ihnen nocheinen zweiten Schlauch dazu. Da wurden die Wächter vom tüchtigen Zechenübermäßig betrunken, und, vom Schlaf überwältigt, streckten sie sich an dersel-ben Stelle hin, wo sie getrunken hatten. Nun nahm er, da es schon tief inder Nacht war, den Leib des Bruders herunter, und schor auch noch allenWächtern zum Schimpf den rechten Backenbart ab; legte dann den Leichnamauf die Esel und trieb sie nach Haus, nachdem er so, was ihm seine Muttergeboten, vollzogen hatte.

Der König soll es aber, als ihm gemeldet wurde, der Leichnam des Diebessei entwendet, sehr arg empfunden haben; und da er durchaus ausfindig ma-chen wollte. Wer in aller Welt Solches angestellt habe, soll er, was mir ein-mal nicht glaubwürdig ist, Folgendes gethan haben. Er ließ seine Tochter inder Bude feil sitzen, und gab ihr auf, Jeden ohne Unterschied anzunehmen;ehe sie aber zusammenkämen, müsse ihr Jeder den klügsten und den sündlich-sten Streich sagen, den er in seinem Leben ausgeführt, und wenn da einer dieGeschichte mit dem Dieb erzählte, Den solle sie ergreifen und nicht herauslassen. Dies that das Mädchen, wie es ihr vom Vater geboten war; derDieb aber, der verstand, wo Das hinaus wolle, beschloß, den König noch anVerschlagenheit zu übertreffen, und soll Folgendes gethan haben. Er schnittden ganzen Arm vom frischen Leichnam bei der Schulter ab und nahm ihnunter dem Mantel mit. So ging er zur Tochter des Königs, und da sie ihnebenso, wie die Andern befragte, erzählte er ihr, als seinen sündlichsten Streich,daß er seinem Bruder, der im Schatz des Königs in eine Schlinge fiel, denKopf abgeschnitten, und als den klügsten, daß er die Wächter trunken gemachtund den aufgehängten Leichnam seines Bruders herunter genommen habe.Als sie Das hörte, wollte sie ihn fassen; der Dieb aber streckte ihr im Dunkelnden Arm des Todten hin, worauf sie dann Zugriff und ihn hielt, in der Mei-nung, seinen eigenen Arm festzuhalten; und nun ließ er denselben los undentwischte schnell zur Thür hinaus. Als nun auch Dieses dem König hinter-bracht wurde, ward er ganz betroffen über die Schlauigkeit und Kühnheit desMenschen. Zuletzt soll er aber in sämmtliche Städte eine Verkündigunghaben ausgehen, lassen, mit Gewährung von Straflosigkeit, und mit großenVersprechungen, wenn er sich vor sein Angesicht stellen würde. Dem habe derDieb getraut und sich ihm gestellt; und Rhampsenitus habe ihn höchlich be-wundert, ja ihm jene Tochter zur Hausfrau gegeben, als dem allergcscheidtestenMenschen; wiefern er nämlich die Aegpptier über alle Andere setzte, und ihnüber die Aegpptier." (Hervdot's Gedichte, zweites Buch, 121, Capitel.)