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Sie war keine Chatclaine,
Die im Blüthenschmuck der Jugend
Bei Turniren präsidirte
Und den Lorbeerkranz ertheilte —
Keine KußrechtscasuistinWar sie, keine Doktrinärrin,Die im SpruchcollegiumEines Minnehofs dozirte —
Jene, die der Rabbi liebte.
War ein traurig armes Liebchen,Der Zerstörung Jammerbildniß,Und sie hieß Jerusalem.
Schon in frühen KindestagenWar sie seine ganze Liebe;
Sein Gemüche machte bebenSchon das Wort Jerusalem.
Purpurflamme auf der WangeStand der Knabe, und er horchteWenn ein Pilger nach ToledoKam aus fernem Morgenlande
Und erzählte: wie verödetUnd verunreint jetzt die Stätte,Wo am Boden noch die Lichtspur,Von dem Fuße der Propheten —
Wo die Lust noch balsamiretVon dem ew'gcn Odem Gottes —O des Jammeranblicks! riefEinst ein Pilger, dessen Bart
Silberweiß hinabfloß, währendSich das Barthaar an der SpitzeWieder schwärzte und es aussah.Als ob sich der Bart verjunge —
Ein gar wunderlicher PilgerMocht' es sein, die Augen lugtenWie aus tausendjähr'gem TrübsinnUnd er seufzt': „Jerusalem!