Dieses Halsband, sagt man, bargEinen Talisman der Treue;Niemals wich er von der SeiteSeines Herrn, der treue Hund.
O, der schauerlichen Treue!Mir erbebet das Gemüthe,Denk ich dran, wie sie sich hierOffenbart vor unfern Augen.
O, des schreckcnvollen Tages!Hier in diesem Saale war es.Und wie heute saß ich hierAn der königlichen Tafel.
An dem obern Tafelende,
Dort, wo heute Don HenricoFröhlich bechert mit der BlumeCastilian'scher Ritterschaft —
Während ihr vergilbt GcsichtcherMit dem säuerlichen LächelnDer Zitrone gleichet, welcheAuf besagtem Teller rubt:
Trotz der Ungeheuern Größe,War er wie ein Zieh gelenkig.Nobel war des Kopfes BildungOb sie gleich dem Fuchse ähnlich.
Schneeweiß und so weich wie SeideFlockten lang herab die Haare;Mit Rubinen inkrustiretWar das breite goldne Halsband.
Jenes Tag's saß dort Don PedroFinster stumm, und neben ihm,Strahlend stolz wie eine Göttin,Saß Maria de Padilla.
Hier am untern End der Tafel,Wo wir hent' die Dame sehen.Deren große Linnen-KrauseWie ein weißer Teller aussieht —