Druckschrift 
4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

161

2.

Sie tanzt. Wie sie das Leibchen wiegt!Wie jedes Glied sich zierlich biegt!Das ist ein Flattern und ein Schwingen,Um wahrlich aus der Haut zu springen.

Sie tanzt. Wenn sie sich wirbelnd drehtAuf einem Fuß und stille stehtAm End' mit ausgestreckten Armen,Mag Gott sich meiner Vernunft erbarmen!

Sie tanzt. Derselbe Tanz ist das.Den einst die Tochter HcrodiasGetanzt vor dem Judenkönig Herodes.Ihr Auge sprüht wie Blitze des Todes.

Sie tanzt mich rasend ich werde tollSprich, Weib, was ich dir schenken soll?Du lächelst? Heda! Trabanten! Läuser!Man schlage ab das Haupt dem Täufer!

V

3.

Gestern noch sllr's liebe BrodWälzte sie sich tief im Koth,

Aber heute schon mit VierenFährt das stolze Weib spazieren.In die scidnen Kissen drücktSie das Lockcnhaupt und blicktVornehm auf den großen HausenDerer, die zu Fuße lausen.

Wenn ich dich so fahren seh,

Thut es mir im Herzen weh!

Ach, es wird dich dieser WagenNach dem Hospitale tragen,

Wo der gransenhaftc TodEndlich endigt deine Roth,

Und der Carabin mit schmierigPlumper Hand und lernbegierig

o«