Druckschrift 
4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

— 103 —

Er beschattet eine Hütte,Die verschämt sich in der ErdeHalb versteckt, wie furchtsam flehendSchaut dich an das arme Strohdach.

Die Bewohner dieser HütteSind Cagoten, UebcrbleibselEines Stamms, der tief im DunkelnSein zertrctncs Dasein fristet.

In den Herzen der BaskesenWürmclt heute noch der AbscheuVor Cagoten. Düstres ErbtheilAus der düstern Glaubenszcit.

In dem Dome zu BagnbresLauscht ein enges Gittcrpförtchen;Dieses, sagte mir der Küster,

War die Thllre der Cagoten.

Streng versagt war ihnen eh'malsJeder andre Kirchcncingang,

Und sie kamen wie verstohlenIn das Gotteshaus geschlichen.

Dort auf einem nieder» SchemelSaß der Cagot, einsam betendUnd gesondert, wie verpestet.

Von der übrigen Gemeinde. —

Aber die geweihten KerzenDes Jahrhunderts flackern lustig.Und das Licht verscheucht die bösenMittelalterlichen Schatten! —

Steh'n blieb draußen der Laskaro,Während ich in des CagotenNiedre Hütte trat. Ich reichteFreundlich meine Hand dem Bruder.

Und ich küßte auch sein Kind,Das, am Busen seines WeibesAngeklammert, gierig saugte;

Einer kranken Spinne glich es.