Druckschrift 
Fragmente und Aphorismen
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

konnten, daß ich schlecht schieße. Ich wollte sienicht treffen und sie nur warnen, sich ein andermalvor Leuten mitFltnten in Acht zunehmen ; abermeinSchuß ging fehl, und ich hatte das Unglück eine jungeMöve todt zu schießen. Es ist gut, daß es keine altewar; denn was wäre dann ans den armen kleinen

neste der großen Düne liegen, und ohne dieMutter verhungern müßten. Mir ahndete schonvorder, daß mich auf der Jagd ein Mißgeschicktreffen würde; ein Hase war mir über den Weggelaufen.

Gar besonders wunderbar wird mir zu Muihe,wenn ich allein in der Dämmerung am Strandewandle, hinter mir flache Dünen, vor mir da«wogende, unermeßliche Meer, über mir der Him-mel wie eine riesige Krystallkuppel ich erscheinemir dann selbst sehr ameisenklein, und dennochdehnt sich meine Seele so weltenweit. Die HobeEinfachheit der Natur, wie sie mich hier umgibt,zähmt und erbebt mich zu gleicher Zeit, und zwartn stärkerm Grade als jemals eine andere erhabenereUmgebung. Nie war mir ein vom groß genug ; meineSeele mit ihrem alten Tltanengebiet strebte immerhöher als die golbischen Pfeiler, und wollte immerhinansbrechen durch da« Dach. Auf der Spitzeder Roßtrappe haben mir, beim ersten Anblick,die kolossalen Felsen, in ihren kühnen Gruppirun-gen, ziemlich imponirt; aber dieser Eindruck dauerteNicht lange, meine Seele war nur überrascht, nicht