Durch Zurückweisung und Brechung. 733
das zweite Bild noch lebhaft; hat man den Spiegel bis 90° fort-geriickt, so erscheinen beide Bilder gleich hell, aber von schwa-chem Lichte, und das zweite Bild verschwindet, wenn dieDrehung bis 111° fortgesetzt ist, wo das erste schon wiederlebhaft kenntlich wird. Jenes erste Bild gehörte also einemStrahle, der bei seinem Hervorgehn aus dem ersten Spiegel sopolarisirt war, dafs seine Polarisations-Ebene mit der erstenReflexions-Ebene einen Winkel = 69° — 9ü° = — 21° machte;für das zweite Bild ist derselbe Winkel 111° — 90°=-f-21°;es haben also die beiden Strahlen, deren Polarisations-Ebenensich vor der ersten Zurückwerfung um -J- 45° und — 45° ge-neigt gegen jene Ebene fanden, sich so verändert, dals ihrePolarisations-Ebenen nun auf -f- 21° und — 21° Neigungliegen.
Man kann diese Aenderung der Polarisations - Ebene nochauf eine zweite Art bestätigen. Wenn der Doppelspath vordem ersten Spiegel ebenso wie vorhin aufgestellt bleibt undbeide Strahlen unter 70° Einfallswinkel auf den ersten Spiegelfallen, so nehme man den zweiten Spiegel weg und stelle inder Axe des Instruments einen zweiten Doppelspath auf, umdurch ihn die zwei vom ersten Spiegel reflectirten Bilder zubetrachten. Da die Polarisations-Ebenen der beiden einfal-lenden Strahlen unter 45° und — 45° gegen die Reflexions-Ebene geneigt waren, so müfsten , wofern jene Polarisation un-geändert geblieben wäre, die vier Bilder, die man durch denzweiten Doppelspath sieht, nur zwei darstellen, wenn derHauptschnitt des letztem einen Winkel von 45° mit der Re-flexions-Ebene macht; diefs geschieht aber nicht, sondern beieiner Neigung des Elauptschnitts von etwa 20° oder nachBiiEWSTEit von 21° verschwindet das eine Doppelbild des ei-nen Strahls, bei einer Neigung von — 21° das eine Doppel-bild des andern Strahls, und bei den beiden von diesen Stel-lungen um 90° abweichenden Stellungen ereignet sich das-selbe mit dem andern Doppelbilde.
40- Diese Erörterungen lassen nun , wie ich hoffe, deut-lich übersehn, worauf Buewsteh’s Behauptung beruhet, dafsauch das auf den ersten Spiegel fallende natürliche Licht da,wo es unvollkommen polarisirt ist, eine physische Verände-rung auf die Weise erlitten hat, dafs es keineswegs aus einemganz polarisirten (in der Reflexions - Ebene polarisirten) An-