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Wesen liegt, die Leidenschaften gewaltsam aufzu-wühlen, und den Gemüthsturm mit seltsamenSprüchen zu beschwören, so soll dieses doch nurgeschehen, um die Leidenschaften desto milder zuversöhnen, und jenen Sturm in ein mildes Wehenaufzulösen. Betrachten wir jetzt den Geist, derin den Gedichten Heine's lebt, so vermissen wirnicht allein jenes versöhnende Prinzip, jene Har-monie, worauf selbst die wildesten Leidenschafts-ausbrüche berechnet sein sollten, sondern wir findensogar darin ein feindliches Prinzip, eine schnei-dende Dissonanz, einen wilden Zerstörungsgeist,der alle Blumen aus dem Leben herauswühlt,und nirgends aufkeimen läßt die Palme desFriedens.
In Heine's Gedichten erblicken wir das un-heimliche Bild jenes Engels, der von der Gott-heit abfiel. Wir sehen hier: edle Schönheit, dieverzerrt wird durch ein kaltes Hohnlächeln, ge-bietende Hoheit, die übergeht in trotzigen Hoch-
Heine's Briese. II. 14