324
P en d el.
delapparat ganz unbeweglich feststelle, wie schon oben 1 bemerktworden ist, weswegen auch zuerst Capt. Kater 2 und späterhinRessel den dort gleichfalls beschriebenen Apparat, das vonIIardt erfundene Federpendel, dazu anwandten, um die Un-beweglichkeit beider Vorrichtungen, sowohl der Uhr, als auchdes Pendelgestelles, zu prüfen. Aufserdem stellte er, wie auchCarlini und Plana gethan hatten, einen Kometensucher ohneOculare in eine solche Entfernung zwischen beide, dafs dieObjectivlinse desselben das Bild des Pendels am Apparate ge-nau auf das an der Uhr warf und beide dann durch ein 15 F.entferntes 30zolliges Fernrohr beobachtet wurden.
Dafs die Gröfse des Elongationswinkels zur genauen Be-rechnung der Pendelschwingungen bekannt seyn müsse, weilhierfür eine eigene Correction erforderlich ist, wird demnächstgezeigt werden. Es ist daher nöthig, bei der Beobachtung undZählung der Coincidenzpuncte gleichzeitig den vom Pendeldurchlaufenen Bogen zu messen. Zu diesem Ende wird hinterdem Pendel entweder ein in Grade und Minuten getheiltes Bo-genstück, oder eine nach einem Längenmafse (Linien und derenTheile oder Millimeter u. s. w.) getheilte gerade Scale angebracht,auf welche man den Pendelladen oder eine unter dem Pendel be-findliche feine Spitze (wie z. B. beim Kater’schen Reversionspen-del) projicirt. Im erstem Falle erhält man die Winkel unmittel-bar , deren Sinus in der Correctionsformel gebraucht werden, imzweiten Falle aber, nämlich bei der Anwendung einer geraden ge-theilten Scale, mufs man die Gröfse der angewandten Theile alsTangenten der durchlaufenen Winkel betrachten , die dann beiihrer Kleinheit den Sinussen unbedenklich gleich gesetzt werdenkönnen. Weil aber die zur Messung dienenden Scalentheile sichallezeit in einigem Abstande von dem Pendelfaden oder der zumMessen dienenden Spitze befinden, folglich durch die Projectiondes einen oder der andern auf dieselben ein parallaktischer Winkelentsteht, wodurch die Messung ein gröfseres Resultat giebt, als dasgenaue seyn würde, so mufs hierfür eine aus der Entfernung des be-obachtenden Auges und dem Abstande desFadens oder der Spitzevon der Scale zu entnehmende Correction angebracht werden 3 .
O
1 S. Art. Bewegung Bd. I. S. 924.
2 Pliil. Trans. 1S18. p. 42.
3 Wie diese Correction genau gefunden werde, hat vorzüglichBf.ssel in seinen Untersuchungen u. s. w. S. 27. deutlich gezeigt.