Druckschrift 
7,1 (1833) N - Pn
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

T i o c k 11 c r.

37

Ein der Gesundheit schädlicher Einflufs auch dieser Nebel,welche nur kurze Zeit anhalten, gehört auf allen Fall unter dieSeltenheiten, wenn er anders überhaupt nachgewiesen werdenkann; inzwischen redet Musschenbroek 1 von dem im Jahre1733 aus Polen hergekommenen, durch einen Theil vonDeutschland verbreiteten und bis nach Holland vorgedrungenenNebel, welcher Peripneumonieen und gefährliche Husten er-zeugte. In England soll zu Zeiten ein bläulicher Nebel sich desMorgens auf Feldern und Viehweiden zeigen, welcher in denmeisten Fällen zwar unschädlich ist, zuweilen aber gefährlicheKrankheiten unter dem Hornvieh erzeugt. Hees 2 b.eruft sichbei seiner Angabe hierüber zugleich auf Dr. Wxniclar 3 , wel-cher eine ähnliche Erscheinung von Italien berichtet. Ich kennejedoch keine neueren genauen Beobachtungen hierüber und diemitgetheilten sind zu oberflächlich , als dafs sich eine Prüfungund Erklärung der Thatsache darauf gründen liefse. Es ist fernereine sehr allgemein herrschende Meinung , dafs eigentlnimlicheschädliche Nebel in den Monaten Juni und Juli den sogenanntenBrand des Getreides oder das Mutterkorn erzeugen 4 , allein mandarf wohl mit Recht annehmen, dafs diese Entartung der Frucht-körner die Folge einer allgemein herrschenden nachtheiligen,hauptsächlich allzufeuchten , Witterung ist.

Aufser den zuletzt beschriebenen , mindestens zum größtenTheile feuchten, Nebeln giebt es jedoch entschieden auch sol-che, die nicht aus Dunstbläschen, sondern aus höchst feinen,dem Rauche von verbrannten Substanzen ähnlichen, Partikelnbestehen und gleich diesen in der Luft schweben. Unzähligoft sieht man über größeren und kleineren Städten und Dörfern,

1 lntrod. §. 1317.

2 Cyclopaedia. Art. Mist. T. XX1IL

3 Phil. Trans. N. 145.

4 Encyclop. meth. Part, de Phys. T. I. p. 224. MdssciiembroekInt. §. 2318. Die Landbewohner nennen diesen Nebel nielle, Ho-nigthau, und glauben, dafs der süfsliche, Saft, welcher sich aufmanchen Früchten zeigt und lnsecten, die sogenannten Blattläuse, her-beiloekt, aus der Luft herabgefallen sey. Es ist jedoch erwiesen,dafs derselbe aus den Pflanzen in Folge ihres krankhaften Zustandesquillt. S. Leche in Schwed. Abh* XXIV* 89. Euhiurt Beiträge zurNaturkunde, llann. 1792. Vergl. LAMPAnics Atmosphäreiogie S. 122.Die Nebel schaden überhaupt den Früchten, hauptsächlich währendder Blüthe.