in heiteren Sommernächten oft sehr interessante Phänomen istzuerst durch Husu’hky Dayy vollständig erklärt und kann ge-genwärtig wiederum zur Aufhellung verwandter Erscheinungendienen. Wenn nämlich an heiteren Abenden die Temperaturmerklich herabgeht und reichlicher Thau fällt, so bemerkt manhäufig über Wiesengrunde mit kurz geschornem Rasen eine we-nige Fufs über der Erde entstehende, nicht sehr dicke und oft nurwenig ausgebreitete Nebelschicht, welche zuweilen sehr schnellentsteht, nicht selten dünner oder auch dicker wird, und ineinigen Fällen durcli einen frischen Wind zerstiebt völlig ver-schwindet, um nach einiger Zeit abermals zu entstehen; in nichtseltnen Fällen erhält sie sich jedoch , und zwar dann meistensin gröfserer Dicke, die ganze Nacht hindurch und wird erstdurch die Einwirkung der Sonnenstrahlen am Morgen in Dampfaufgelöst.
Was hiernach über feuchtem Wiesengrunde, hauptsächlichin Niederungen, geschieht, ereignet sich eben so häufig überFlüssen , jedoch mit dem Unterschiede, dafs die über diesengebildeten Nebel dichter und an den Seiten schärfer, oft gleich-sam durch verlicale, fast ebene Flächen begrenzt sind. lnder Regel verschwinden auch diese Nebel beim Aufgang derSonne, zuweilen erhalten sie sich jedoch bis einige Stundenspäter. H. Davy hat dieses Phänomen auf vielen, namentlichdeutschen, Flüssen anhaltend und gründlich untersucht undhat hierdurch aufgefunden, dafs die Ursache desselben lediglichin einem Unterschiede der Temperatur des Wassers und derLuft über demselben zu suchen sey. Durch den Einflufs derSonnenstrahlen wird nämlich der Erdboden und die ihn berüh-rende Luft am Tage zwar wärmer als das Wasser , nach demEintritte der Abendkühlung aber geht die Temperatur der er-stem sehr bald unter die des letzteren herab 1 , das Wasser er-zeugt hauptsächlich in-Folge seiner grofsen specifischen Wärme-capacität eine Menge Wasserdampf, welcher in die kältere Luftaufsteigt, daselbst niedergeschlagen wird und den Nebel bildet,
1 Nach Davy und fast allen andern Physikern geschieht diesesdurch Strahlung der Wärme des Bodens gegen den heiteren Himmel.Da ich aber ein Gegner dieser hypothetischen Strahlung bin, "worüberdie Gründe im Art. Wärme angegeben werden sollen, so begnügeich mich damit, hier blofs die Thatsache einfach mitzutheilen.