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6,3 (1837) Me - My
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1491
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Gesc hic lite der Statik.

1491

AVenige Jahre vor seinem Tode kam Galilei wieder aufdiesen Gegenstand zurück, und leitete den Beweis fiir dieschiefe Ebene aus dem fiir den Hebel ab, wodurch er die Ab-hängigkeit beider Probleme von einander zeigte. Er glaubtedamit der Wissenschaft einen wesentlichen Dienst erwiesen zuhaben, indem er Einheit in sie brachte. Allein er bemerktenicht, dafs sein bereits erwähntes Princip des Verhältnisses derKräfte zu den durchlaufenen Räumen viel allgemeiner sey,als jedes der beiden vorhergehenden. Dieses Princip, wel-ches später unter der Benennung des Princips der virtuellen' Geschwindigkeiten bekannt geworden ist, wurde selbst schonein Jahrhundert früher, v,on Guino Ubaldi 1 deutlich ausge-sprochen, aber Ubaldi schien die Fruchtbarkeit und AVich-tigkeit seiner Erfindung nicht zu ahnen, indem er dieselbenur in dem Gleichgewichte des Hebels und des Flaschenzugserkannte, aber auf keine derjenigen Maschinen anzuwendensuchte, die in jenen Zeiten den eigentlichen Gegenstand derStatik bildeten, als die Schraube, der Keil, die schiefe Flä-che u. s. w. Galilei zeigte allerdings die Anwendung seinesPrincips auf die letztgenannten Maschinen, und er betrachtetedasselbe sogar ausdrücklich als ein allgemeines Gesetz der Sta-tik, wie man in seinerMechanik und in dem dritten seinerDialogen 2 sieht. Später benutzte Descartes 3 dasselbe vonUbaldi oder von Galilei aufgestellte Princip, um darausdas Gleichgewicht aller damals bekannten einfachen Maschinenzu erklären, aber ohne dabei seiner Vorgänger zu erwähnen,wie er es auch mit dem von Snelhüs entdeckten Refractiöns-gesetze gemacht zu haben scheint. Aber auch er scheint dieAllgemeinheit dieses Princips keineswegs nach dem ganzenAVerthe desselben anerkannt zu haben. Uebrigens mufs be-merkt werden, dafs die Auflösung des Problems von der schie-fen Ebene durch Galilei nur für den Fall gegeben wordenist, wo die Richtung der die Last zurückhaltenden Kraftmit der schiefen Ebene selbst parallel ist; die allgemeine Auf-lösung, wenn diese Richtung eine willkürliche ist, wurde erstspäter von Robebval in einer Schrift gegeben, die im J.

1 Mecanicorum Liber. Fesaro 1577.

2 Ausgabe von 1655. Bologna.

3 Explication des machines et engines.