siphon und Metagenes, ans sehr entfernten Steinbriichenholen liefsen ; die noch gröfsern Lasten , welche die alten Ae-gyptier zur Errichtung ihrer Pyramiden auf so bedeutende Flö-hen zu bringen wufsten ; die colossalen Gebäude der Römer,ihre Porticus, Bäder und Wasserleitungen, deren weitgespannteBogen über Flüsse und Thäler wegsetzten, diese und so vieleandere Denkmäler des Alterthums sind uns hinlängliche Zen^gen, dafs die eigentliche Instrumental - Mechanik schon in frü-hen Zeiten zu einer grofsen Vollkommenheit gebracht seynmufste, der eigentlichen Maschinen, deren sie sich zu jenenZwecken bedienten, hier nicht zu erwähnen, wie z. B. ihrerfür Belagerungen bestimmten Katapulten, Skorpionen, Baili-sten u. dgl.
Aber so weit sie auch in diesem Zweige der Wissen-schaft , der mehr der praktischen Mechanik angehört, vorge-schritten seyn mochten, in der Theorie derselben blieben sieweit hinter denjenigen Leistungen zurück, durch welche siesich in dem Gebiete der mathematischen Speculationen , wel-che auch die Basis der theoretischen Mechanik bilden , durchihren oft bewunderungswürdigen Scharfsinn ausgezeichnet ha-ben. Die Philosophen der Griechen, zu welchen man, imweitesten Sinne des Wortes, auch ihre Mathematiker rechnendarf, hatten selbst in ihrer schönsten Periode, zur Zeit desPlato und Aristoteles, von der gesamroten Mechanik, alsWissenschaft, nur sehr unvollkommene Begriffe. Erst hun-dert und fünfzig Jahre nach jener Epoche (250 vor Chr. G.)erschien Archimedes, der erste Geometer seiner und viel-leicht aller Zeiten, und lehrte uns den Grund des Gleichge-wichts am Flebel kennen , wodurch er zugleich die Basis derneuen Wissenschaft, der Statik, aufstellte. Er zeigte, dafsder Hebel im Gleichgewichte sey, wenn die beiden Gewichtedesselben sich verkehrt, wie ihre Entfernung vom Ruhepuncte,verhalten. Aus diesem ersten Keime ist später die ganze Wis-senschaft erwachsen, die wir jetzt unter dem Namen der Sta-tik begreifen. Die zwei auf uns gekommenen Werke des Ar-chimedes über diesen Gegenstand führen die Aufschrift: De<i4equiponderanlibus und de Planorum aequilibriis , und siesind zugleich die einzigen, welche wir von den Alten überdie Mechanik überhaupt besitzen. Denn seine Nachfolger un-ter den Griechen verdienen kaum den Namen seiner Com-