1472
Mate i' i e.
mit grofserer Intensität zu wirken. In der That wäre diesesfür sich allein und ohne Weiteres ganz unmöglich, alleinFechner bemerkt zugleich ganz richtig, dafs nicht blofs dieAttraction, sondern zugleich die der Wärme eigentümlicheRepulsion zu berücksichtigen sey. Denkt man sich demnach,um dieses näher zu erläutern, dafs die Repulsion der Wärme,übereinstimmend mit Poisson’s Ansicht, mit zunehmender Ent-fernung in einem stärkern Verhältnisse abnimmt, als die Mo-lecularattraction, so läfst sich allerdings ein Abstand zweierMolecüle denken, bei welchem die Attraction beider gegeneinander durch die überwiegende Repulsion der Wärme ver-schwindet, obgleich die auf ein entfernteres Molecül ausge-übte, wo die schneller abnehmende Wärmerepulsion bedeu-tend vermindert worden ist, noch immer merkbar bleibt. Wollteman hieraus folgern, dafs demnach der Zustand der Festigkeitgar nicht statt linden könne, weil in diesem die Molecüleeinander noch näher kommen müssen, so läfst sich dieserEinwurf leicht beseitigen, weil flüssige Körper nur durch Ent-ziehung der Wärme, also unter der Bedingung einer bedeu-tenden Verminderung der Repulsionskraft, fest werden. Nimmtman für dieses Gesetz den analytischen Ausdruck
— rm 2k r e ’
worin k und e Constanten (e gröfser als 1), r den Abstandzweier Molecüle und m eine beliebige orofse Zahl bedeuten.
Ö Ö 7
so verschwindet diese Function für r = 0 und r=:Qo, wird
aber für r = —zum Maximum,m 2
So scharfsinnig dieses übrigens ersonnen ist und so vie-len Aufschlufs man daraus zur Erklärung vielfacher Erschei-nungen in der Körperwelt entnehmen kann, so ist damit dochkeineswegs eine anschauliche Vorstellung über das AVesen derMaterie und die eigenthiimliche Beschaffenheit der Wärme,insofern sie entweder repulsives Princip selbst oder mit die-sem begabt seynmufs, gegeben, und die Lösung dieser Fragenwird den angestrengten Bemühungen der Naturphilosophen nochlange unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellen.
M.