erwähnenden anderweitigen Gründen noch weniger innere Wahr-scheinlichkeit hat.
b) Eine zweite Hypothese nimmt an, dafs die organischeMaterie von der unorganischen in ihren einfachen Elementenoder binären Verbindungen nicht verschieden sey, dafs viel-mehr, rücksichtlich dieser, beide Reiche, das der organischenund das der unorganischen Körper, keinen wesentlichen Un-terschied darbieten, sondern dafs ihre Bestandteile abwech-selnd in einander übergehn und in den unorganischen Ge-bilden in Folge überwiegender Anzielnings-Aeufserungen durchAufhäufung zu mehr oder minder regelmäfsig gestalteten Kör-pern vereinigt werden, in den organischen dagegen durchschwächere chemische Verwandtschaft, aber unter Mitwirkungeiner eigentümlichen Kraft, der Lebenskraft, zur Bildunglebender Wesen dienen. Die Natur zeigt überall keine scharfen iGrenzen, sie linden zwischen den drei Reichen der Naturnicht statt 1 , einige organische Verbindungen sind unorgani-schen mindestens so ähnlich, dafs sie nicht wohl unterschie- |den werden können, z. B. die durch geistige Gährung und diedurch Verbrennung der Kohle entstandene Kohlensäure undnoch mehr der durch die Natur und der durch Kunst herge-stellte Harnstoff 2 , und die einfachen Stoffe und vielleicht auchdie binären Verbindungen würden dann überhaupt nicht ver-schieden seyn.
Dürfen wir nach überwiegenden Gründen diese Hypo- |these als die bei weitem wahrscheinlichste betrachten, so bie- :
tet sich eine neue, noch schwierigere Frage dar, nämlich wo- .
durch die hiernach an sich unbelebte Materie belebt wird. Eswäre leicht, hierauf zu antworten, dafs dieses eine Folge desUeberganges in lebende Wesen sey, die sich auf die bekannteWeise nach ihren Gattungen fortpflanzen, wobei zugleich an-genommen wird, dafs kein zum Reiche der Vegetabilien undAnimalien gehöriges Wesen von selbst und ohne ; eine derverschiedenen Fortpflanzungsarten entstehn könne. Hierdurch
1 Robiset Consideratione philosophiques de la gradation natu-relle des formes de l’fitre. Ainst. 1768. 8. Bonket Conside'rations surles corps organise's. Amst, 1762. II vol. 8.
2 Wühler in Poggendor'F’s Ann. III. 177. Yergl. Gmelin Hand-buch d. theor. Chemie II. 6.