darunter meistens fein vertheilte organische Substanzen, d. h.solche, die durch den vegetabilischen oder animalischen Le-bensprocefs gebildet sind. So heifst es unter andern, ein ge-ringer Antheil von organischer Materie bewirke in dem Quell-wasser, welches die Schiffe in Tonnen mitnehmen, eine Gäh-rung, wodurch dasselbe anfangs getrübt, nachher aber wiederwohlschmeckend werde. Die Eigenschaften dieser organischenoder durch organische Lebenskraft gebildeten Materien sinddemnach als Folgen ihrer eigenthümlichen Mischungsverhält-nisse zu betrachten, welche durch eine über die rein physi-schen Gesetze hinausgehende Lebenskraft 1 erzeugt werden.Obgleich nun einmal zugestanden ist, dafs wir das eigentli-che Wesen dieses so vielfach wirkenden Agens nicht ken-nen, so mufs doch in Beziehung auf die Materie, als dasSubstrat aller Naturerscheinungen , nothwendig die Frage auf-geworfen werden, ob es eine eigenthümliche, von der unor-ganischen verschiedene , elementare organische Materie giebt,oder mit andern Worten, ob die Lebenskraft an diejenigenElemente, welche irgend einmal Bestandtheile lebender Kör-per waren, für immer gebunden ist, oder ob sie bei gänzli-cher Zersetzung der organischen Körper der Gesammtmasseunorganischer Elemente wieder anheim fallen. Es lassen sichhierüber verschiedene Meinungen aufstellen, welche indefssämmtlich nicht über das Gebiet des Hypothetischen hinaus—gehn, weil uns die Erfahrung als Leiterin verläfst; inzwischenmufs die Naturforschung so weit gehn wie möglich, so langenoch Thatsachen vorhanden sind, die sich zu Schlüssen ver-einigen lassen.
a) Man könnte annehmen, dafs zwischen der unorgani-schen Materie verbreitet und unter sie vermischt die in ih-ren Elementen (Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff) belebteund der Wiederbelebung fähige organische Materie vorhandensey. Hienach würden diese einfachen Stoffe bei der gänzli-chen Auflösung und Zersetzung organischer Körper in diesel-ben zwar den unorganischen völlig ähnlich werden, dennochaber das einmal angenommene Lebensprincip behalten, derWiederbelebung fähig bleiben und beim Uebergange in le-bende Körper als Theile ihrer Ernährung und ihres Wachs-
1 Vergl. Lebenskraft oben S. 111.